
20 Verbände und Organisationen haben ein For-derungspapier „Impulse für den Wohnungsbau in Baden-Württemberg“ unterzeichnet. Dazu gehört auch der Fachverband SAF. Das Papier listet im Vorfeld der Landtagswahlen Maßnahmen auf, mit denen der Wohnungsmarkt wieder in Gang gebracht werden kann.
Das Forderungspapier der Aktionsgemeinschaft „Impulse für den Wohnungsbau in Baden-Württemberg“ beschreibt eine tiefgreifende strukturelle Krise des Wohnungsmarktes im Land. Der Wohnungsneubau reicht seit Jahren nicht aus, um den Bedarf zu decken. Für 2025 wird ein Defizit von rund 192.000 Wohnungen prognostiziert, insbesondere im Segment bezahlbarer Mieten.
Wachstumsbremse für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg
Der Mangel an Wohnraum wirkt sich zunehmend negativ auf den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg aus. Hohe Mieten und fehlender Wohnraum erschweren die Gewinnung und Bindung von Fachkräften, insbesondere in Ballungsräumen. Beschäftigte müssen längere Pendelwege in Kauf nehmen oder wandern ab, was den Fachkräftemangel verschärft und Investitionen hemmt. Parallel dazu ist die wirtschaftliche Entwicklung rückläufig: 2024 sank das Bruttoinlandsprodukt real um 0,4 %, wobei insbesondere das Baugewerbe mit einem Minus von 5,5 % erneut stark betroffen war.
Politische Forderungen zur Landtagswahl
Vor diesem Hintergrund formuliert das Papier zentrale politische Forderungen anlässlich der Landtagswahl 2026. Dazu zählen eine Senkung der Grunderwerbssteuer auf 3,5 % sowie deren Ab-schaffung beim Ersterwerb zur Eigennutzung, um Bau- und Erwerbskosten zu senken und Eigentumsbildung zu fördern. Zudem wird eine vollständige Kofinanzierung der Bundesmittel durch das Land ab 2026 gefordert. Förderprogramme sollen effizienter und zielgerichteter ausgestaltet werden, insbesondere zugunsten von Mehrgeschosswohnungsbau und Quartierslösungen. Ergänzend wird ein eigener Baden-Württemberg-Standard für kosteneffizientes Bauen und Sanieren im Bestand vorgeschlagen sowie der Erhalt eines eigenständigen Bauministeriums als politisches Signal für die Bedeutung des Wohnungsbaus.