Die Baukonjunktur des ersten Halbjahres 2025 zeigt ein besseres Bild, als nach den Prognosen zu erwarten war. Nach den Zahlen des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) stiegen insgesamt die Aufträge bis Juni 2025 nominal um 9,3 % (real, also preisbereinigt, um +6,8 %). Der Tiefbau legte stärker zu (+10,8 % bzw. +8,2 %) als der Hochbau (+7,7 % bzw. +5,2 %). Der Umsatz erreichte 50,8 Mrd. €, das ist ein nominales Plus von 4,6 % (real +2,2 %), wobei der Tiefbau inzwischen fast die Hälfte beiträgt.
Die Preissteigerungen für Bauleistungen haben sich nach den Jahren 2021–2023 beruhigt, liegen 2025 aber wieder bei +2,4 %. Bei knappen Kapazitäten ist mit weiterem Preisanstieg zu rechnen. Die Beschäftigung wächst leicht (+1 %), Insolvenzen nehmen seit 2023 jedoch wieder zu, bleiben aber deutlich unter früheren Höchstständen.
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Wohnungsbau
Die Genehmigungen bleiben weiterhin schwach mit 110.000 Wohneinheiten, das liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau der Jahre 2021/22). Besonders problematisch ist der Mehrfamilienhausbau. Die Aufträge stabilisieren sich zwar (+12 % nominal), liegen real aber weiter deutlich unter 2022. Die Umsätze sinken real um 4 %. Ein politischer Impuls (z. B. Förderprogramme) fehlt.
Wirtschaftsbau
Im Hochbau stagnieren Nachfrage und Genehmigungen, die Aufträge liegen nur nominal leicht im Plus. Der Tiefbau dagegen wächst kräftig (Order +24 % nominal, +20 % real), getrieben von Investitionen in Energie-, Verkehrs- und Breitbandinfrastruktur. Der Umsatz im gesamten Wirtschaftsbau beträgt 23 Mrd. €, das ist ein Anstieg um nominal +7 % und real +5 % gegenüber dem Vorjahr.
Öffentlicher Bau
Hier zeigt der Hochbau starke Zuwächse (+12 % Order, +13 % Umsatz) dank verschiedener Großprojekte. Im Tiefbau dagegen herrscht Stagnation wegen Auftragsstopps und kommunaler Finanzprobleme.
Prognosen
Nachdem das erste Halbjahr 2025 besser verlief als erwartet, gilt diese Prognose auch für das Gesamtjahr. Die Rückgänge im Hochbau fallen geringer aus, der Tiefbau wächst über Prognose. Dennoch ist die Beschäftigung insgesamt etwas rückläufig (Prognose: ca. 910.000 Beschäftigte), da der Hochbau schwächelt.